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Osteopathie bei Kindern und Jugendlichen in Zürich - wann ist eine Behandlung sinnvoll?

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Kinder und Jugendliche sind ständig in Bewegung. Sie wachsen, lernen neue Bewegungen, treiben Sport und entwickeln sich körperlich und emotional weiter. Dabei können Beschwerden oder Bewegungseinschränkungen auftreten.


Vielleicht klagt Ihr Kind über wiederkehrende Rückenschmerzen, Kopfschmerzen oder Nackenschmerzen. Vielleicht gibt es Beschwerden nach dem Sport, eine auffällige Haltung oder Verspannungen. In Wachstumsphasen können sich Bewegungsmuster und Belastungen verändern.


Viele Eltern fragen sich: Kann eine osteopathische Behandlung mein Kind unterstützen?


In unserer Praxis therapie kreuzplatz in Zürich nehmen wir uns Zeit für eine ausführliche Untersuchung. Dabei betrachten wir nicht nur die schmerzhafte Körperregion, sondern das Kind als Ganzes.


Wann kann Osteopathie bei Kindern und Jugendlichen sinnvoll sein?


Eine osteopathische Untersuchung kann insbesondere dann sinnvoll sein, wenn ein Kind wiederkehrende Beschwerden am Bewegungsapparat hat, sich Bewegungsmuster verändert haben oder nach einer Verletzung Einschränkungen zurückgeblieben sind.


Häufige Gründe, weshalb Kinder und Jugendliche zur Osteopathie kommen:


Rücken- und Nackenschmerzen

  • Kopfschmerzen oder Spannungskopfschmerzen

  • wiederkehrende Muskelverspannungen

  • Beschwerden nach sportlicher Belastung

  • Bewegungseinschränkungen

  • einseitige Belastungen

  • Haltungsauffälligkeiten

  • Beschwerden während Wachstumsschüben

  • Schmerzen nach Sportverletzungen

  • funktionelle Beschwerden des Bewegungsapparates

  • Kiefer- und Nackenbeschwerden

  • wiederkehrende Beschwerden ohne eindeutige Ursache


Insbesondere wiederholte Belastungen können eine Rolle spielen. Training, Schule, langes Sitzen und intensive sportliche Aktivitäten können unterschiedliche körperliche Anforderungen mit sich bringen.


Osteopathische Behandlung bei Kindern und Jugendlichen
Osteopathische Behandlung bei Kindern und Jugendlichen

Osteopathie während Wachstum und Pubertät


Die Pubertät ist eine besondere Phase der körperlichen Entwicklung. Innerhalb kurzer Zeit verändert sich der Körper deutlich. Körpergrösse, Körperproportionen, Muskelmasse und Bewegungskoordination verändern sich, während gleichzeitig die hormonelle Entwicklung einsetzt.


Diese Veränderungen können für Jugendliche körperlich und emotional herausfordernd sein.


Während der Pubertät können beispielsweise:


  • Knochen schneller wachsen als sich Muskeln und Sehnen anpassen

  • sich Körperproportionen deutlich verändern

  • sich Haltung und Bewegungsmuster verändern

  • sich Koordination und Körpergefühl vorübergehend verändern

  • Muskelspannung und Belastbarkeit verändern

  • sportliche Belastungen anders wahrgenommen werden

  • Müdigkeit und Erschöpfung zunehmen

  • Schlafrhythmus und Schlafqualität verändern

  • Haut und Körperzusammensetzung verändern

  • Menstruation und Zyklus bei Mädchen neu einsetzen


Gleichzeitig findet während der Pubertät eine ausgeprägte hormonelle Umstellung statt. Sexualhormone wie Östrogen, Progesteron und Testosteron spielen eine wichtige Rolle bei der körperlichen Reifung. Auch Wachstumshormone und andere hormonelle Regulationsmechanismen verändern sich.


Die Pubertät ist deshalb nicht nur ein körperlicher Wachstumsschub, sondern eine komplexe Entwicklungsphase, in der sich viele Systeme des Körpers gleichzeitig verändern.


Gerade während der Pubertät können Jugendliche das Gefühl entwickeln, dass sich ihr Körper plötzlich „anders“ anfühlt.


Arme und Beine werden länger, die Körpergrösse nimmt zu und gleichzeitig müssen Bewegungen neu koordiniert werden. Ein Bewegungsablauf, der früher selbstverständlich war, kann sich plötzlich ungewohnt oder weniger kontrolliert anfühlen. Bei sportlich aktiven Jugendlichen kann dies besonders auffallen.


Bei Mädchen beginnt mit der Pubertät die hormonelle Steuerung des Menstruationszyklus. In den ersten Jahren kann sich der Zyklus noch verändern und unregelmässig sein.


Manche Mädchen leiden unter Beschwerden wie:


  • Bauch- und Rückenschmerzen

  • Kopfschmerzen

  • Müdigkeit

  • Muskelverspannungen

  • Becken- oder Kreuzschmerzen

  • allgemeines Unwohlsein



Bei ausgeprägten oder zunehmenden Menstruationsbeschwerden sollte immer auch an gynäkologische Ursachen gedacht werden. Eine osteopathische Behandlung kann bei Beschwerden gegebenenfalls ergänzend eingesetzt werden. Sie ersetzt jedoch keine gynäkologische Abklärung oder Behandlung.



Jugendliche zwischen Selbstständigkeit und Begleitung


Ein wichtiger Unterschied zwischen Kindern und Jugendlichen ist, dass Jugendliche zunehmend selbst Verantwortung für ihren Körper und ihre Gesundheit übernehmen.


Gerade bei Jugendlichen ist es uns wichtig, eine Behandlung gemeinsam mit dem jungen Menschen zu planen.


Der Jugendliche soll verstehen, was gemacht wird, warum es gemacht wird und welche Möglichkeiten er selbst hat.


Was sagt die wissenschaftliche Evidenz?


Die wissenschaftliche Forschung zur Osteopathie bei Kindern und Jugendlichen ist bisher deutlich kleiner als die Forschung zur osteopathischen Behandlung Erwachsener.


Eine systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2022 untersuchte 47 randomisierte kontrollierte Studien zu 37 verschiedenen pädiatrischen Beschwerden. Einige Studien zeigten positive Ergebnisse für osteopathische Behandlung. Die Autoren bewerteten die Evidenz insgesamt jedoch als noch nicht ausreichend hochwertig, um für eine pädiatrische Indikation eine eindeutige Wirksamkeit festzustellen. (pubmed.ncbi.nlm.nih.gov)


Für muskuloskelettale Beschwerden bei Kindern und Jugendlichen gibt es ebenfalls Untersuchungen zu manuellen Therapieverfahren. Die Ergebnisse sind je nach Beschwerdebild unterschiedlich und die Qualität der vorhandenen Studien variiert. (pubmed.ncbi.nlm.nih.gov)


Häufige Fragen


Ab welchem Alter kann mein Kind zur Osteopathie kommen?

Eine osteopathische Untersuchung kann bei funktionellen Beschwerden in jedem Alter sinnvoll sein. Untersuchung und Behandlung werden immer an das Alter und die Entwicklung des Kindes angepasst.


Kann Osteopathie die Hormone während der Pubertät beeinflussen?

Nein. Es gibt keinen ausreichenden wissenschaftlichen Nachweis dafür, dass Osteopathie die hormonelle Regulation der Pubertät gezielt verändern kann. Eine osteopathische Behandlung kann aber ergänzend eingesetzt in dieser herausfordernden Lebenssituation einen Beitrag leisten.


Kann Osteopathie bei Menstruationsbeschwerden helfen?

Bei menstruationsabhängigen Beschwerden kann eine osteopathische Behandlung ergänzend eingesetzt werden.


Kann Osteopathie bei Stress und Verspannungen helfen?

Stress kann z.B, körperliche Anspannung und beispielsweise Kopf-, Nacken- oder Rückenschmerzen Auslösen. Osteopathie kann bei den körperlichen Beschwerden ergänzend eingesetzt werden. Bei ausgeprägter psychischer Belastung ist zusätzlich psychologische Unterstützung wichtig.


Kann mein Kind trotz Behandlung weiter Sport machen?

Das hängt von den Beschwerden und dem individuellen Befund ab. Bei akuten Verletzungen sollte zunächst eine medizinische Abklärung erfolgen. Danach kann gemeinsam besprochen werden, welche Belastung sinnvoll ist.


Muss ein Elternteil bei der Behandlung dabei sein?

Bei jüngeren Kindern ist die Begleitung durch einen Elternteil erwünscht. Bei Jugendlichen beziehen wir den Jugendlichen entsprechend seinem Alter und seiner Selbstständigkeit ein und lassen den Jugendlichen entscheiden.


Brauche ich eine Überweisung?

In der Regel ist keine ärztliche Überweisung notwendig.


Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Ob und in welchem Umfang osteopathische Behandlungen übernommen werden, hängt von der jeweiligen Zusatzversicherung ab. Wir empfehlen, dies vor der Behandlung direkt mit der Kranken- Zusatzversicherung zu klären.





Autor: Dominik Mayer, Osteopath D.O. MSc. & Dipl. Sport- & Physiotherapeut


Quellen

  • Franke H, Franke JD, Fryer G. Effectiveness of osteopathic manipulative treatment for pediatric conditions: A systematic review. Journal of Bodywork & Movement Therapies. 2022. (pubmed.ncbi.nlm.nih.gov)

  • Prevost C et al. Manual therapy for the pediatric population: a systematic review. BMC Complementary Medicine and Therapies. 2019. (pubmed.ncbi.nlm.nih.gov)

  • Driehuis F et al. Spinal manual therapy in infants, children and adolescents: A systematic review and meta-analysis. PLOS ONE. 2019. (pubmed.ncbi.nlm.nih.gov)

  • American Academy of Pediatrics. Health Supervision Visits for Adolescents. (publications.aap.org)

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